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Gegründet: vor 1220 ; 1234 Verleihung des lübischen Stadtrechts
Einwohner: ca. 63031
Die Entstehung Stralsunds war immer geprägt durch die starke Orientierung zum Meer. Der Standort, schon von der Natur mit besonderen Vorzügen ausgestattet, bot in westlicher wie in östlicher Richtung
einen Zugang zur offenen See. Mit dem Dänholm, eine dem einstigen slawischenFährdorf vorgelagerte Insel, war ein natürlicher Hafen vorhanden. Landseitigen Schutz boten der sich ausdehnenden deutschen
Kaufmannssiedlung; die sie umgebenden Teiche, Moorgebiete und angrenzende Wälder. Ergiebige Heringsfanggründe in den Gewässern um Rügen zog Händler und Kaufleute an. Im Jahre 1234 wurde Stralsund
das Stadtrecht durch den rügenschen Fürsten Wizlaw I. verliehen. Trotz kriegerischer Überfälle der Lübecker Kriegsflotte, Feuerausbrüche und Epidemien vermochte niemand, die rasche Entwicklung der
Stadt aufzuhalten. Die 1249 errichteten Befestigungsanlagen sind zum großen Teil noch erhalten. In der typischen Bauweise norddeutscher Backsteingotik entstanden Nikolaikirche, Jakobikirche, Rathaus,
Marienkirche und Klosteranlagen. Ökonomische Grundlage für die Bewohner der Stadt bildete der Handel. Nicht nur in Städten nordeuropäischer Länder, sondern auch in Häfen von Flandern, Frankreich
und Spanien legten stralsundische Handelsschiffe an. Selbst bis Nowgorod, weit in den Osten, führte der Seeweg die Kaufleute. Angriffe des Dänenkönigs, der Ansprüche auf das Ostseegebiet erhob,
konnten durch die Stralsunder Bürger 1316 siegreich abgewehrt werden. Der Sieg der Hanse über die dänische Vorherrschaft gipfelte 1370 in den Friedensverhandlungen im Stralsunder Rathaus und dem
"Frieden zu Stralsund". Mit dem Niedergang der Hanse; der Verlagerung des Hauptseeverkehrs zur Nordsee und zum Atlantik verlor Stralsund um 1500 an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung.
1628 widerstand die Stadt der Belagerung durch das Kaiserliche Heer unter der Führung Wallensteins. Mit dem "Alliancevertrag", der im selben Jahr mit dem Schwedenkönig Gustav II. Adolf
geschlossen wurde, begann eine neue Epoche der Stadtgeschichte, die "Schwedenzeit". Eingeleitet mit dem Westfälischen Frieden, kam Stralsund 1648 mit Vorpommern zu Schweden. Ab 1720 war die
Stadt Sitz der schwedischen Regierung für Vorpommern. Zeugnisse dieser Zeit sind das ehemalige schwedische Gouverneurspalais (Badenstraße 17) sowie die Stadtkommandantur am Alten Markt. Die Belagerung
der Stadt durch napoleonische Eroberer in den Jahren 1806 - 1813 machte die Stadt erneut zu einem Kriegsschauplatz. Der Freiheitskämpfer Ferdinand von Schill fiel 1809 im Kampf gegen die französische
Übermacht. Nach dem Wiener Kongreß 1815 zu Preußen gelangt, setzte eine Industrialisierung Stralsunds ein. 1863 wurde Stralsund an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Sprunghaft entwickelte sich die
Stadt zu einem Zentrum für Handel und Gewerbe. Manufakturen und Industrieunternehmen entstanden. Die territoriale Ausdehnung der Stadt über die mittelalterlichen Stadtgrenzen hinaus führte zur
Herausbildung der Knieper-, Tribseer- und Frankenvorstadt. 1911 nahm das Stralsunder Elektrizitätswerk seinen Betrieb auf. Die dringen notwendig gewordene feste Verbindung zur Insel Rügen entstand 1936
mit dem Bau des Rügendamms. Erhebliche Schäden erlitt die Stadt im 2. Weltkrieg bei Luftangriffen 1944. Ab 1949 prägten die Volkswerft, der Seehafen, die Fischwirtschaft und Baubetriebe das
wirtschaftliche Bild der Stadt. Mit den ersten freien Kommunalwahlen 1990 eröffneten sich für die Stadtentwicklung neue Perspektiven.
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